Rückschau auf 19 spannende, bunte und intensive Jahre Hundezucht vom wilden Weidenwald

 

Eigentlich wollten wir die 20 mit einem letzten Wurf von Minna noch vollmachen, aber irgendwann ist es auch mal gut. Den für dieses Jahr geplanten Wurf mussten wir aus gesundheitlichen Gründen verschieben, aber auch wenn wir in dieser Hinsicht hoffentlich „übern Berg “ sind, wird uns Corona leider wohl noch länger begleiten.

Ein offenes Haus mit vielen Besuchern hat bei uns zur turbulenten Welpenzeit immer dazugehört. Daher haben wir uns entschieden, dass es nicht unbedingt eine runde Zahl sein muss, um Abschied zu nehmen von der  Wurfkiste.

Mein Mann hat sie selbst gezimmert und in ihr haben unsere wunderbaren Hündinnen- jede auf ihre Art besonders und irgendwie genial –  vielen Welpen das Leben geschenkt. 16 Briard- und 4 Schapendoes-Würfe haben wir gemeinsam mit unseren Hündinnen aufgezogen,-  unterschiedliche Wurfgrößen von groß, normal bis übersichtlich,  zwei Einzelkinder waren auch dabei.

Ich habe die Würfe geplant, einen vielversprechenden Bräutigam gesucht, verworfen, neu gesucht und endlich gefunden, Köfferchen gepackt und Gewehr bei Fuß gestanden für den Aufbruch zur Hochzeitsreise,- die Terminplanung diktierte immer der Hormonstatus der Braut.

In den Monaten vor dem Wurftermin hieß es noch die geeigneten Bewerber für die Hundekinder aus der  Besucherschar herauszufiltern. Es folgten endlose „Fachgespräche“ über Hunde überhaupt, die Rassen Briard und Schapendoes im Besonderen, lange Nachmittage mit viel Kaffeetrinken, Kuchen essen, Hundekraulen. Fragen zu Erziehung, Pflege und Gesundheit mussten gestellt und beantwortet werden bis die richtigen Hundeeltern für den künftigen Wurf beisammen war.

Die Geburten waren jedes Mal ein intensives und berührendes Erlebnis, meistens ohne größere Komplikationen, trotzdem immer mit viel Anspannung und Sorge um die Hündin verbunden, es gab zwei Kaiserschnitte, einige Totgeburten und auch zweimal Welpen, die es nicht geschafft haben.

 

Beeindruckend, so ein winziges Wesen in der Hand zu halten- im Wissen, dass daraus einmal ein beeindruckend großer Briard werden kann.

 Auch immer wieder beglückend, welches Vertrauen unsere Hündinnen uns während der Geburtsphase geschenkt haben und wie gut der Mutterinstinkt im Rudel funktionierte. In der Welpenphase bekam die jeweilige Mutterhündin automatisch den Status einer Königin

und alle anderen Mädels – alt und jung-haben sich darum gerissen, bei der Aufzucht mitzuhelfen. Teamwork eben!

Nach den kuscheligen ersten Welpenwochen folgte dann die wunderbar trubelige, oft chaotische Zeit mit gefühlt tausend netten Besuchern, die sich die Klinke in die Hand gaben. Eine bessere Sozialisation auf Menschen kann es für Welpen gar nicht geben.

Diese letzten 5 Wochen waren bis obenhin gefüllt mit  Füttern, Wiegen, Häufchen entsorgen Waschen, Putzen, Welpenausflüge organisieren, Welpengehege  sukzessive erweitern, immer neue Spielmöglichkeiten schaffen, Welpenbroschüre überarbeiten, Tierarztbesuche, Wurmpaste verabreichen, Durchfallpanik, Beratungsgesprächen mit den künftigen Hundeeltern,  EU-Untersuchung (uff!), Wurfabnahme, viel Kopfzerbrechen vor der Zuteilung der Welpen und, und, und….

Am wichtigsten  war uns dazwischen, immer wieder möglichst viel private Zeit abzuzwacken für exklusives Spielen, Erziehen und Kuscheln, immer in dem Bewusstsein, dass der Abschied in immer größeren Schritten naht.

Abschied bedeutete nach neun turbulenten Wochen erst einmal – endlich wieder  Zeit für das übrige Rudel, ein bißcher normalen Alltag mit geregelten Mahlzeiten und morgens Zeitung lesen, freie Bahn und nicht ständig über Gitter steigen müssen, und, und, und,-  aber natürlich auch der dicke Kloß im Hals bei der Übergabe, die Hoffnung und Sorge, ob wir den/die richtigen Menschen für genau diesen  Welpen ausgesucht haben. Eine Verantwortung, die mich immer belastet hat. Nicht immer, aber meistens habe ich richtig gelegen mit meiner Einschätzung. 

 

Daher wichtig auch die ersten Treffen, um zu sehen, wie die Passung ist und wie die Welpen sich in ihrer Familie eingelebt haben. Mit kleineren Korrekturen und Hilfestellungen in Sachen Erziehung und Pflege  – nicht nur bei den Anfängern – konnten wir meistens aushelfen und die Resonanz auf die getroffene Auswahl war durchweg positiv- sprich: niemand wollte bisher seinen Welpen umtauschen.

 

Wir haben immer versucht, für unsere Hundebesitzerfamilien da zu sein,  wir fanden es schön, wenn der Kontakt nie ganz abgerissen ist. Auch wenn uns  manchmal traurige Nachrichten erreichen und ein Weidenwaldhund seine letzte Reise antreten musste.

Vom ersten bis zum letzten Tag.

 

 

 

One thought on “Rückschau auf 19 spannende, bunte und intensive Jahre Hundezucht vom wilden Weidenwald

  1. Hallo Marianne und Ossi,
    schade das ihr eure Zucht beendet habt. Ich bin glücklich einen eurer Hunde bekommen zu haben und möchte meine Emma keinen Tag missen. Sie ist jetzt schon 11 Jahre alt und ich genieße jeden Tag an dem ich sie noch habe. Ein einzigartiger, toller, sanfter, ausgeglichener, wunderschöner Briard.
    Vielen Dank und liebe Grüße.

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