Französische Atlantikküste, Landes, Aquitanien, Herbst 2010

Da die Nationale Elevage,- das Briardevent des Jahres- auch 2010 wieder in Vendome stattfand, lag der Gedanke nahe, von dort aus die paar (Hundert) Kilometer an die Atlantikküste zu fahren und in der ruhigen Nachsaison Urlaub zu machen. Wir haben ein sehr schönes Haus gefunden mit einmal riesigen Grundstück, direkt am Waldrand gelegen. Auf dem Weg zum Strand kaufen wir meistens auf den kleinen Märkten mit ihrer netten Atmosphäre ein, vor lauter Probieren nimmt man meist viel mehr mit, als man tatsächlich essen kann. Unsere Hunde sorgen in der Stadt und auf den Radwegen immer für viel Aufsehen,- im positiven Sinn- versteht sich! Seltsam, dass wir auch von Franzosen immer wieder gefragt werden, was das denn für eine Rasse ist! Überhaupt sind die meisten Franzosen sehr relaxt in Sachen Hund, gibt es doch in den meisten Haushalten mindestens einen Vierbeiner,- vom Kleinpudel bis zum Jagdhund. Ab Mitte September sind die schönen Atlantikstrände ziemlich leer,- lediglich ein paar Fischer, Surfercliquen und andere Hundebesitzer verteilen sich weitläufig an den breiten Sandstränden und unsere Briards haben ihren Spaß mit den Möwen und der ganz großen Freiheit dort. Wenn ich sie nicht festhalte, „rettet“ Cous-Cous Ossi gerne aus den meterhohen Wellen und gibt erst Ruhe, wenn sie ihn aus der Gefahrenzone an Land eskortiert hat. Dabei wollte er doch einfach nur einmal schwimmen! Für solch gefährliche Hobbies zeigt sie kein Verständnis, soll er doch lieber mal ein gutes Buch lesen wie andere Familienmitglieder auch.

Einziger Wermutstropfen der schönen Herbsttage ist immer die gleichzeitige Eröffnung der Jagdsaison. Nicht umsonst rüsten alle Jäger ihre Hunde mit orangefarbenen Signalwesten aus. An manchen Tagen fanden wir nach unserer Rückkehr vom Strand jede Menge Patronenhülsen auf unserer Wiese. Oder eine Meute Jagdhunde gefolgt von einer martialisch ausgerüsteten Jägerschaft stürmte auf der Nachsuche über das Grundstück. Das gehört halt auch zum französischen Landleben, beschränkt sich aber eher auf die Wochenenden und wird meist mit viel Jagdhornblasen und Jeepmotorenlärm angekündigt. Um nicht ins Schussfeld zu geraten, haben wir am Wochenende auf Waldspaziergänge lieber verzichtet und ernsthaft über  den Kauf von bunten Westen für uns und unsere Vierbeiner nachgedacht. Zum Ausgleich gab es dann Radtouren auf den wunderbaren Küstenradwegen, abseits der Strassen und durch die erikagesäumten Kiefernwälder. Was will man mehr?

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